Geschichte

Unsere Gruppenchronik

1946

1946 entstanden die ersten Mädchengruppen in Wien (die Gruppe 1 bei der Votivkirche und unsere Gruppe 2, ein Jahr später die Gruppe 3 in Ottakring). Die Gründung der Pfadfinderinnengruppe Wien 2 erfolgte durch Adele (Deli) Sikorski/ Kummer, das erste Heim befand sich in Wien 3., Rennweg 4.Der erste Eintrag im Gruppenlogbuch beschreibt einen Ausflug nach Tullnerbach im Sommer 1946, wobei hier auch Wichteln erwähnt wurden.

Das erste große Sommerlager in Gargellen im Montafon: während der 1 _-tägigen (!) Fahrt wurde im Zug viel gesungen – und so sollte es auf allen Reisen bleiben! Vor allem über das ausgezeichnete Essen freuten sich die Pfadfinderinnen aus dem Nachkrieg-Wien: „….sehr fett und viel…jeden Tag Fleisch…“.

Seit dem 22.12.1946 trug die Gruppe offiziell den Namen

„Wien 2 Hemma von Gurk“

Es gab noch keine einheitliche Uniform (so wurden beispielsweise die Pfadfinderhüte auch von den Mädchen getragen) und auch kein offizielles österreichisches Pfadfinderinnenabzeichen.

1951

Die Gruppe 2 trat dem neugegründeten Österreichischen Pfadfinderinnenverband St. Georg bei, d.h. ab diesem Zeitpunkt gab es einheitliche Bestimmung betreffend Uniform (statt der Hüte wurde der „Skalp“ verwendet), Ausbildung, Organisation etc..
In Bad Ischl im Salzkammergut / Österreich fand das 7. Jamboree statt (ca. 13.000 Pfadfinder aus aller Welt, rund 800 Mitarbeiter).

In diesem Jahr konnte die Gruppe das neue Heim im Keller der Pfarre St. Karl in Wien 4. beziehen. Den Umzug organisierte die Gruppenführerin Anni Bartosch (seit 1947). Als erste Patin der Gruppenfahne fungierte die Wiener Landesführerin Marie-José Liechtenstein.

1954

Helga Mayer/Koeck wurde neue Gruppenführerin bis 1957.
Rege Lager- und Ausflugstätigkeiten finden sich im Logbuch der Patrulle Schneerosen für die folgenden Jahre.
1956 Landes-PWK in Sievering: „So war der 6. Lds. P.W.K. der 1. P.W.K., den nicht unsere Gruppe sondern Wien 1 gewonnen hatte. An 2. Stelle waren unsere Pinguine und an 3. Stelle unsere Schwalben. Unsere Patrulle hatte leider den letzten Platz besetzt.“ (Logbuch Patrulle Schwalben)
Unter der Überschrift „Ein Volk in Not“ wird deutlich, dass die Pfadfinderinnen versuchten, im Flüchtlingslager Traiskirchen und mit diversen Aktionen den ungarischen Flüchtlingen zu helfen.

1957-1960

Von 1957 bis1960 hieß die neue Gruppenführerin Hanna Zaubzer/Schenk.
Das Jahr 1957 brachte einige besondere Ereignisse: Der Österreichische Pfadfinderinnenverband St. Georg wurde in den Weltveband aufgenommen und
„Das große Abenteuer konnte beginnen. Mit frisch gewaschenen Trachten, lähmend schwerem Gepäck und freifliegenden Gedanken voll höchster Erwartungen…“ (Logbuch Schneerosen) ging es zum Jamboree nach England, das von Lady Bi-Pi persönlich eröffnet und von König Elisabeth besucht wurde.


Bunter Abend 1958: „Die Sensation des Abends: Was wird im Jahre 2000 sein?“

1960-1968

Zum Jubiläum „10 Jahre St. Georgspfadfinderinnen“ öffnete eine Ausstellung in den Räumen der Österreichischen Staatsdruckerei ihre Pforten. Mitglieder der Gruppe 2 hatten an den Vorbereitungen mitgewirkt.
„Wie viele Flüche und Verwünschungen sind bei den Vorbereitungen ausgesprochen worden, aber jetzt war man froh wenn man sagen konnte, das habe ich gemacht…“ (Gruppenlogbuch).

Doris Bernhard/McEwan übernahm die Gruppe, Hannerl Zwazl/Kantor sprang 1964/65 interimistisch ein.

1964 nahm die Gruppe eine Schallplatte mit Pfadfinderliedern auf („Pfadfinderinnen singen für Dich“).
Regelmäßig wiederkehrende Aktivitäten wie der Bunte Abend, der Thinking Day, der Georgstag, die Brigitta-Messe, „Heimreiben“ und Auslandslager (in der Schweiz 1961 und in Dänemark 1967 ), das erste Sommerlager in Gurk (1963) und das 1. Österreichische Bundeslager in Hintersee (1965) füllen das Gruppenlogbuch dieser Jahre.

1966

Große 20-Jahr-Feier der Gruppe:

Zu Jahresende führten Platz- und Personalprobleme (die Gruppe hat es mit Werbeaktionen geschafft, von den 15 Mitgliedern im Jahr 1964 auf 72 zu kommen!) zu einer Teilung, Christl Derda übernahm die neugegründete Gruppe 10 „Berta von Suttner“.

1968-1970

Lise Leb/Giefing wurde Gruppenführerin (bis 1970). Und im Keller wurde ein neues Heim bezogen!
„Hurra, ein neues Heim! Und machen ein Eröffnungskonzert: Wir sangen „Die launische Forelle“ mit diesem Text:
„In einem Keller dunkel, da schuftn in froher Eil,
die launischen Kornetten, im Tempo wie ein Pfeil.
Sie hab’n das ganz’ Gerümpel zum Fenster kurz hinaus,
und nach der ganzen Arbeit, da geh’n sie dreckig z’haus!“ (Logbuch Pinguine)
1970 entstand eine neue Stufe für die Älteren, nämlich die Caravelles, was auch zu Umschichtungen bei den Patrullen führte.

1970-1973

Lise trat zurück und übergab die Gruppenführung an Christine Boehm/Ulrich (Juxi). Nur mehr 8 Pfadfinderinnen sind Ende 1970 übrig, großer Pessimismus machte sich breit: „Wir haben schlechteste Überlebenschanchen.“ (Gruppenlogbuch) Doch Umstellungen im Führungsteam und rege Werbetätigkeit – v.a. im Sacré-Coeur – brachten Erfolge: die Mitgliederzahlen stiegen wieder, sodass die Gruppe zur größten in Wien wurde (Ende 1971).

1972: RESOLA im Waldviertel

1973-1978

Nachdem Bettina Trestler/Demblin die Matura hatte, übernahm sie offiziell von Juxi die Gruppenleiting, nachdem sie seit 2 Jahren „inoffiziell“ bereits dafür verantwortlich gewesen war (Juxi war im Ausland).

Über das erste Planai-Lager (1973): „Traumhafter Platz, Hütte von 1420, so liebe Bauernfamilie, in immern geschlafen, kein Zelt, Wasser draußen (Quelle), alles uralt + ürgemütlich.“ (Gruppenlogbuch)

Große Änderungen erwarteten die älteren Pfafinderinnen im Herbst 1973: Alle zwischen 13 und 15 Jahren bildeten eine neue Sektion, die „Caravelles“.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelingt es Bettina gemeinsam mit Unterstützung der Ranger die Gruppe mit den neuen Sektionen zu festigen und jeder Alterstufe ihr eigenes Profil zu geben. Wahrscheinlich auch diese Differenzierung und die altersgerechten spannenden Programme führten zu fast 250 Mitgliedern!

Die Hütte auf der Planai wurde zum bevorzugten Lagerplatz für die nächsten Jahre, sowohl im Sommer als auch im Winter.

Die 2er waren auch äußerst aktiv in der Produktion von Unterlagen wie der ersten Auflage des Liederbuches, der ersten Nummer des „Focus“ und grundlegender Schriften wie „Analyse der österreichischen Rangerbewegung“ und „Pfadfinderei als Lebenshaltung“.

Ab 1973 gibt es auch wieder Ranger (anfangs noch als gemeinsame Ca/Ra-Sektion). Es folgt nun die absolut mitgliedsstärkste Zeit, die einen neuen Aufschwung und viele neue Ideen bringt. Fast 250 Mitglieder, davon 21 Führerinnen, lassen das Heim aus allen Nähten platzen. Es wird daher generalsaniert mit neuen Boeden, Wänden, Kästen, Lampen und die Caravelles und Ranger bekommen einen zusätzlichen Raum in der Pfarre. Viel Gruppentraditionen stammen aus dieser Zeit wie die berühmten Osterlager auf der Planai, das Gruppenhalstuch seit 1974, die Lagerleiberln, die Vorliebe für Schokobananen,… Die Gruppe gibt damals auch eine Vielzahl von schriftlichen Unterlagen heraus u. a.: „Analyse der österreichischen Rangerbewegung“, „Pfadfinderei als Lebenshaltung“, eine Gruppenverfassung, die erste Auflage des Gruppenliederbuches, sowie die ersten Nummern einer Gruppenzeitschrift („Focus“) seit 1976 und „Pädagogische Grundlagen der Gruppe“.

1974 entschloss sich die Gruppe auch zu einem eigenen Halstuch in dunkelblau mit weißem Streifen.

Seit 1976 sind der Mädchen- und der Bubenverband auf Bundes- und Landesebene organisatorisch zusammengefasst.

1976 kommt es zur Fusion des Mädchen- und Bubenverbandes auf Bundes- und Landesebene.

1978-1983

Nach Bettina übernahm Dorothea Steuer die Gruppenführung und konnte viele Traditionen fortsetzen wie die Lager auf der Planai und die Kreativitätswochenenden in Lackenhof, aber auch Neuerungen einführen wie den Christkindlmarkt, dessen Erlös karitativen Zwecken zugute kam.

Sommer-Auslandslager führten die Gruppe in diesen Jahren in die Schweiz (1979) und zweimal nach Italien (1983 und eine Pfingstreise der Älteren nach Florenz).

Und schließlich wurde das Caravelles- und Rangerheim ausgebaut und verschönert.

1983-1986

In diesen Jahren wurde die Gruppe von Daniela Mairinger/Mandelburger geleitet. Der Mitgliederstand hielt sich bei ungefähr 85 6-18-jährigen Mädchen und lag damit in Wien noch immer im Spitzenfeld.
Dani machte sich an die Neuauflage des Gruppenliederbuches und konnte 25 neue Stockerln für das Heim auftreiben. Zu den Highlights zählten auch ein Planailager zu Silvester gemeinsam mit drei anderen Wiener Mädchen- und Bubengruppen, eine Italienreise der Ranger und Führerinnen zu Ostern 1985 und schließlich die 40-Jahr-Feier der Gruppe im Herbst 1986. Zu diesem Anlaß erstrahlte das Heim nach einer Renovierung in neuem Glanz.

1986-1989

Nach der 40-Jahr-Feier übernahm Patricia Loske/Drimmel die Gruppenleitung.
Eine traurige Nachricht erreichte die Gruppe: Nach dem Tod des letzten Kreuzherren, dem damit verbundenen Einzug eines neuen Pfarrers und des Opus Dei in St. Karl mußten sich die Pfadfinderinnen auf einen Heimwechsel einstellen. Das ehemalige Jungscharheim Ecke Hoyosgasse sollte als neues Heim bezogen werden und es bis heute bleiben. Bei näherer Betrachtung und nach Renovierungsarbeiten stellte sich der Standort als durchaus positiv heraus, vor allem was den eigenen Eingang betraf.

1989-1996

Patricia legte die Gruppenführung 1989 zurück, doch innerhalb der Gruppe fand sich niemand um diese Aufgabe zu übernehmen. Doris Kruschitz/Lutz als damalige Kolonnenfeldmeisterin bekam die nicht so leichte Aufgabe

Nach Patricias Ausscheiden aus der Gruppe fand sich leider niemand unter den damaligen Führerinnen, um die Gruppenführung zu übernehmen. Daher wurde Doris Kruschitz ( damals Kolonnenfeldmeister ) vom Landesverband aufgefordert, die Gruppe interimistisch zu führen. Daraus wurden 7 Jahre! Es wurde also der Heimumbau und schließlich der Umzug ins neue Heim 1991 in Angriff genommen. Seit dem Jahr 1990 erscheint einige Male jährlich der „Foculus“ eine Mischung aus „Focus“ und Gruppenverlautbarungen (mittlerweile 40 Ausgaben). Auch in diese Zeit fallen eine große Anzahl an Auslandssommerlagern, vor allem das Georgswochenprojekt 94 in Rio de Janeiro, ein Lager in Rio mit einer brasilianischen Gruppe und gleichzeitiger Einrichtung eines Waisenhauses für Mädchen an Ort und Stelle.

1996-1999

Nach der 50 Jahrfeier übernahm Gerda Lutz-Kutschera die Gruppenführung. Einige alte Traditionen lebten wieder auf: es gibt wieder ein Osterlager (= Schilager) für Ra und Fü, zwar nicht mehr auf der Planai, sondern in Hinterstoder und Flachau, auch der Adventmarkt wird wieder eingeführt. Außerdem versuchen wir auch beim jährlichen Flohmarkt Geld für die Gruppe zu verdienen.

1999- 2002

Im September 1999 legte Gerda Lutz-Kutschera nach 4 Jahren die Gruppenführung nieder. Ihre Nachfolgerin ist Barbara Masin, die nach 2 Jahren als Führerin zur besonderen Verwendung nun wieder aktiv in das Gruppengeschehen eingreifen wird. Wir hoffen auf viele tolle Jahre!!

2002 – 2006

Mag. Valerie Zacherl übernimmt die Gruppenführung von Barbara Masin!
Das junge Leiterinnenteam bekommt kräftig „Nachwuchs“.

In diese Zeit fallen sehr viele Auslandslager. Im Sommer fuhren die Caravelles, Ranger und viele Führerinnen zum 3mal nach Blair Atholl in Schottland auf das internationale Jamborette.
Im Sommer 2004 verbrachten die Ranger und Führerinnen 10 unvergessliche Tage in Schweden, wo sie zuerst 10 Tage mit Kanus und dann 3 Tage auf der Draisine das Land durchquerten.
Die 60 – Jahr Feier fand im Mai 2006 im Garten des Palais Schwarzenberg statt und war ein großer Erfolg!
Nach dem Jubiläumslager für die ganze Gruppe fuhren dann die Ranger und Führerinnen anschließend noch eine Woche nach Kroatien auf einen Segeltörn.

2006 – heute

Valzi übergibt die Gruppenführung an Stephanie Herbeck.